Das Schweigen der Frösche Weltweit verschwinden die Amphibien

Der weltweite Rückgang der Amphibien hat katastrophale Dimensionen angenommen: So haben zwei Drittel der rund 100 Harlekinfroscharten massive Bestandsrückgänge erlitten oder sind komplett verschwunden. In Australien und Lateinamerika sind bereits Dutzende weiterer Arten ausgestorben, darunter in Costa Rica die bekannte Goldkröte.

Hauptursache des Amphibiensterbens ist Batrachochytrium dendrobatidis – ein nach heutigem Wissensstand einst in Südafrika heimischer Hautpilz, der bei Fröschen, Kröten und Schwanzlurchen die häufig tödliche Erkrankung Chytridiomykose auslöst. Der Pilz ist ein Gewinner der Globalisierung und wird vom Menschen bereits seit einiger Zeit bis in die letzten intakten Naturräume verschleppt.

Einige Amphibienarten überleben mit der Infektion, andere werden innerhalb kürzester Zeit bis auf das letzte Tier hinweggerafft. Selbst Bestände von weit verbreiteten Arten wie der Erdkröte brachen in Teilen Spaniens durch den Hautpilz ein.

Wie viele und welche der rund 6.000 Arten von Fröschen, Kröten und Schwanzlurchen den Siegeszug des Pilzes über den Globus nicht überleben werden, ist schwer vorhersehbar. Aber man rechnet mit vielen hundert Arten. Denn traditionelle Schutzmaßnahmen helfen nicht gegen den sich ausbreitenden Pilz.


Der Afrikanische Riedfrosch leidet unter der Zerstörung der Feuchtgebiete. © S. Lötters

Allerdings kann Batrachochytrium dendrobatidis in menschlicher Obhut in Schach gehalten und behandelt werden. Deshalb wollen Zoos weltweit dazu beitragen, in so genannten Erhaltungszuchten das Überleben möglichst vieler der besonders gefährdeten Amphibienarten zu sichern, bis eines Tages der Pilz hoffentlich auch in natürlichen Lebensräumen kontrolliert werden kann. Die Stiftung Artenschutz und der WWF werden die bislang wenig beachtete Katastrophe verstärkt in die Öffentlichkeit bringen.

Birgit Benzing, Stiftung Artenschutz