| 20-10-2001 Report: Leben und Sterben von Walen live miterlebt Tage der Gewalt: Taiji, ein Küstendorf in der japanischen Präfektur Wakayama, wurde nun Schauplatz eines tätlichen Angriffs von wütenden Fischern auf ein Team von Walschützern, die ein Massaker an mehr als zwanzig Grindwalen mit ihren VideoCams dokumentierten. Dies meldete das deutsche Büro des WDCS (www.wdcs-de.org), einer international tätigen Walschutz-Organisation, die auch Wal-Patenschaften vergibt. "Retten konnten wir leider keinen einzigen Wal, es gelang uns aber, den ganzen Horror zu dokumentieren", berichtet Hardy Jones, weltweit tätiger Naturfilmer und Geschäftsführer der kalifornischen Meeresschutzorganisation BlueVoice (BlueVoice.org). "Die Fischer metzelten mit ihren Messern die gesamte Walschule zu Tode. Einige erst dieses Jahr geborene Kälber waren dabei. Am Ende war die Bucht rot vor Blut, ein grauenvoller Anblick." Als die Einheimischen bemerkten, dass sie beobachtet wurden, kam es zu Handgreiflichkeiten. Während des Abschlachtens der Wale versuchten die Fischer immer wieder, dem Team die Kameras zu entreißen und die Videobänder abzunehmen. Dabei wurde auch mit einer schweren Stange und Messern gedroht. Die Wale waren von den Jägern mit Booten und Schleppnetzen in eine
kleine Bucht namens Hatajiri Bay bei Taiji getrieben worden. Diese jährlichen
Treibjagden sind bereits verrufen, dennoch werden sie von der japanischen
Regierung genehmigt. Jährlich werden in japanischen Küstengewässern
über 20.000 Kleinwale getötet, oftmals auf barbarische Weise,
so Kameramann Larry Curtis. Grindwale werden bis zu vier Tonnen schwer und können bis zu 6,5 Meter lang werden. Dabei werden zwei Arten von Grindwalen unterschieden, die übrigens eng mit den Delfinen verwandt sind: Der Gewöhnliche Grindwal (Globicephala melaena) und der Indische Grindwal (Globicephala macrorhynchus). Typisch für sie ist der wie eine Kugel geformte Vorderteil ihres Kopfes. Grindwale ernähren sich nicht nur von Plankton, auch Tintenfische und andere kleinere Meeresbewohner stehen auf ihrem Speisezettel. |
Sie kommen in allen Teilen des Meeres vor und leben in so genannten Schulen, die manchmal mehrere hundert Tiere umfassen und von einem Leittier angeführt werden.Dies nutzen Walfänger gnadenlos aus: Die Leittiere werden an den Strand gelockt, die anderen folgen und können so leicht abgeschlachtet werden. Aber es gibt nicht nur Feinde für die liebenswerten Meeresbewohner:
Die Besatzung des Fischkutters "Fleur de Lys" entdeckte bei
einer Ausfahrt vor Plymouth eine Gruppe von etwa 100 Grindwalen. Skipper
Nicky Prust ließ sofort die Maschinen stoppen - und konnte live "Der junge Wal kam an die Oberfläche. Die Mutter zerrte mit ihrem Maul die Plazenta ab, die das Junge einschloss - und schon bald konnten wir klar und deutlich die ersten Atemzüge des Neugeborenen hören. Alle an Bord waren beeindruckt." Schon nach 10 Minuten schwamm der kleine Kerl munter um seine Mutter herum. Wale sehen und erleben ist jedenfalls schöner als Wale zu essen,
wie auch ein Kooperationsprojekt zwischen der Walforschungsstation OrcALab
(www.orcalab.org), Kanada, dem Telekom-Multi NTT Data Dr. Paul Spong, international renommierter Walexperte, Gründer und Leiter des OrcALab auf Hanson Island, begann 1970 in den Gewässern vor British Columbia Orcas in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten. Er hat in den vergangenen Jahrzehnten eine der Hauptmigrationsrouten der Wale mit zahlreichen Unterwassermikrophonen ausgestattet und erforscht damit die Kommunikation der Tiere. Der Wissenschafter ist auch davon überzeugt, dass dies der Startschuss zur Etablierung eines globalen "Natur-Webseiten-Netzwerkes" ist, das es Menschen überall auf diesem Planeten ermöglicht, online in das Leben von Wildtieren, die Faszination der Regenwälder und anderen Naturschauspielen einzutauchen. "Dies ist der Schlüssel zu unglaublichen Erlebnissen, ohne dabei in den Lebensraum der Tiere einzugreifen und diesen negativ zu beeinflussen. Vielleicht eine neue Beziehung zu Mutter Erde, die notwendig geworden ist", so Dr. Spong. Autor: Fotos/Grafiken: |
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